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Eichenbaum – Bedeutung, Symbolik und als Geschenk

Eichenbaum – Bedeutung, Symbolik und als Geschenk

✍️ Baumgeschenk-Redaktion 📅 23. January 2023

Die Eiche ist der Baum der Stärke und Beständigkeit. Ihre Bedeutung in Kultur, Mythologie und als nachhaltiges Geschenk.

Eichenbaum – Bedeutung, Symbolik und als Geschenk

Die Eiche (Quercus) ist eine Gattung von Laubbäumen und einer der eindrucksvollsten heimischen Bäume Europas. In Deutschland kennen wir neben der exotischen amerikanischen Eiche auch die Traubeneiche (Wintereiche) und die Stieleiche (Sommereiche). Wenn wir in Deutschland von der Eiche sprechen, meinen wir meist die Stieleiche – etwa 95 % der heimischen Eichen gehören zu dieser Art. Durch Mäuse, Vögel und Eichhörnchen verbreiten sich die Eicheln, und eine Eichel kann an einem neuen Ort zu einem Baum keimen.

Ihre Lebenserwartung kann zwischen 200 und 1.600 Jahren liegen – damit gehört die Eiche zu den langlebigsten Lebewesen überhaupt.

Die Stieleiche (Sommereiche), Quercus robur

Die Stieleiche oder Sommereiche, Quercus robur, ist einer der charakteristischsten Bäume in weiten Teilen Deutschlands, der Niederlande und Englands. In alten Agrarlandschaften und auf kargen Böden ist die Stieleiche häufig in bewaldeten Böschungen anzutreffen: oft etwas spindeldürre, krumme Bäume, die aber manchmal Jahrhunderte alt sind. Die Form der Eiche kann sehr unterschiedlich sein, aber der Baum kann bis zu 40 Meter hoch werden. Die Eicheln sind 2 bis 3 cm groß.

In fruchtbareren Regionen zeigt sich die Eiche von ihrer königlichen Seite: Wenn man ihr Zeit und Raum gibt, kann sie sich in wenigen Jahrhunderten zu einem majestätischen Riesen mit einem dicken, kräftigen Stamm und einer breiten, lockeren Krone mit kantig gewundenen Ästen entwickeln. In Deutschland und England stehen auf den Ländereien meist freistehende Eichen in der Blüte ihres Lebens: etwa 200 bis 250 Jahre alt und noch ohne jedes Anzeichen von Verfall.

Stieleichen sind nicht für ihre außergewöhnliche Herbstfärbung bekannt. Relativ spät im Herbst färben sich die Blätter gelbbraun bis kupferrot.

Die Traubeneiche (Wintereiche), Quercus petraea

Eine eng verwandte Art ist die Traubeneiche, Quercus petraea. Sie ist etwas seltener und unterscheidet sich von der Stieleiche durch eine Reihe botanischer und ökologischer Merkmale: Sie wächst von Natur aus vor allem auf gut durchlässigen, mäßig sauren lehmigen Sandböden – nicht auf schweren, schlecht entwässerten Lehmböden, aber auch nicht auf sehr armen Sandböden, wo sich die Stieleiche sehr wohlfühlt. Die Traubeneiche kommt in hügeligen Gebieten mit relativ hohen Niederschlägen häufiger vor als die Stieleiche.

Bei der Traubeneiche sind die Blätter regelmäßiger an den Zweigen angeordnet, haben einen längeren Blattstiel und eine regelmäßigere Form. Außerdem werden Traubeneichen im Allgemeinen weniger von Insekten befallen. Sie neigen dazu, aufrecht zu wachsen, mit langen, durchgehenden Stämmen, und machen oft einen etwas gepflegteren, weniger struppigen Eindruck. Die Traubeneiche ist weniger verbreitet, weil sie weniger Eicheln trägt und Menschen historisch die Stieleiche mit ihrem höheren Ertrag bevorzugten.

Der Unterschied zwischen Stiel- und Traubeneiche

Bei der Traubeneiche ist die Form schlanker und gerader, die Verzweigung weniger gewunden und kantig, und die Krone regelmäßiger und geschlossener. Die Blätter der Traubeneiche sind regelmäßiger geformt und spiegelbildlich zueinander, dunkler und härter als die der Stieleiche. Bei der Stieleiche befinden sich die Eichelschalen auf einem Stiel, während sie bei der Traubeneiche fehlen oder der Stiel sehr kurz ist. Die Eicheln der Traubeneiche sind zudem kleiner, etwa eineinhalb bis zweieinhalb Zentimeter.

Eiche – der heilige Baum der Germanen

Die Eiche spielt seit langem eine wichtige Rolle in der europäischen Mythologie, unter anderem bei den Germanen, Kelten, Griechen und Römern. Sie alle verehrten einen Donnergott – Donar, Taranis, Zeus, Jupiter – und die Eiche galt jeweils als der diesen Göttern geweihte Baum. Eine mögliche Erklärung: Eichen wurden häufiger und deutlicher vom Blitz getroffen als andere Bäume. Am Fuße alter Eichen entstanden in vielen Kulturen religiöse Versammlungs-, Gerichts- und Opferstätten.

Bei den Germanen galt die Eiche als heiliger Baum, dem Gott Donar oder Wodan geweiht. Im antiken Griechenland war der Hauptgott Zeus mit der Eiche verbunden. Die Römer verwendeten Eichenblätter, um Bürgern besondere Verdienste zu verleihen. Eine Eiche wurde häufig in der Nähe von Bauernhöfen gepflanzt, da man dem Baum eine schützende Wirkung gegen Blitzschlag zuschrieb. Aufgrund ihrer Verfügbarkeit und symbolischen Bedeutung wurden Haustüren in vielen Regionen traditionell aus Eichenholz gefertigt.

Größe und Alter der Eichen

Obwohl viele Eichen nie eine außergewöhnliche Größe erreichen, gehört die Eiche zu den größten einheimischen Baumarten Nordwest- und Mitteleuropas, wenn sie Zeit, Platz und günstige Wachstumsbedingungen findet. Dabei geht es weniger um die Höhe als um die Stammdicke und das Holzvolumen.

Freistehende Eichen erreichen an guten Standorten in der Regel eine Höhe von 20 bis 25 Metern, häufig auch 30 bis 35 Meter. Der Kronendurchmesser liegt oft in ähnlicher Größenordnung, mit Höchstwerten von 35 bis 40 Metern. Der Stammumfang gilt als grober Anhaltspunkt für das Alter: Freistehende, gut wachsende Eichen auf guten Böden erreichen nach 100 Jahren etwa 2,5 bis 3,5 Meter Stammumfang, nach 200 Jahren 4 bis 6 Meter, nach 300 Jahren 5 bis 8 Meter. Die ältesten bekannten Eichen Europas haben einen Stammumfang von 9 bis 12 Metern, in Ausnahmefällen sogar 14 bis 21 Metern – ihr exaktes Alter lässt sich jedoch oft nur schwer bestimmen, da der Stamm bei sehr alten Exemplaren meist hohl wird.

Verwendung von prähistorischen Zeiten bis heute

Mit der Einführung des Getreideanbaus verlor Eichelmehl in den meisten Kulturen seine Bedeutung als Nahrungsmittel. In einigen indigenen amerikanischen Kulturen und in Japan werden Eicheln jedoch bis heute verarbeitet, etwa zu Mehl für Nudeln oder Brei.

Der Baum liefert ein starkes, zähes, sehr dauerhaftes und hartes Holz, das sich gut bearbeiten und veredeln lässt. Eichenholz eignet sich als Bau-, Möbel-, Furnier- und Brennholz und hat eine hell- bis dunkelbraune Farbe.

Eicheln sind ein nahrhaftes Tierfutter, für Menschen jedoch aufgrund ihres Gerbstoffgehalts ungenießbar. Im Mittelalter trieb man Schweine im Herbst zur Mast in die Eichenwälder. Die Rinde enthält viel Gerbsäure und wurde traditionell zum Gerben von Leder verwendet – in eigens dafür bewirtschafteten Eichenwäldern, in denen die Rinde alle 10 bis 12 Jahre geschnitten wurde, eine Praxis, die in Deutschland bis ins frühe 20. Jahrhundert verbreitet war.

Eichenbaumarten im Überblick

In Deutschland am häufigsten vertreten sind die Stieleiche (Quercus robur) und die Amerikanische Eiche (Quercus rubra). Weltweit gibt es über 400 Eichenarten, sowohl laub- als auch immergrüne.

Stieleiche, Quercus robur

Die in Deutschland am weitesten verbreitete Art. Man erkennt sie an den Stielen, an denen Blätter und Eicheln befestigt sind: Bei der Stieleiche sitzt die Eichel an einem langen Stiel, das Blatt an einem kurzen – bei der Traubeneiche ist es umgekehrt.

Säulen-Stieleiche, Quercus robur 'Fastigiata'

Eine dicht verzweigte, säulenförmige Sorte, gut geeignet für schmale Alleen oder Straßen. Erreicht eine Höhe von 15 bis 20 Metern.

Quercus robur 'Fastigiata Koster'

Eine weiterentwickelte Sorte der Säulen-Stieleiche, bei der die Zweige nicht durchhängen, sondern eine geschlossene, schmale, pyramidenförmige Form bilden. Die Höhe des ausgewachsenen Baumes liegt bei 10 bis 15 Metern – gut geeignet für Standorte mit etwas weniger Platz.

Amerikanische Eiche, Quercus rubra

Neben der Stieleiche eine in Deutschland weit verbreitete Art. Anders als die Stieleiche hat sie spitze Blätter. Diese starkwüchsige, in Nordamerika heimische Art kann bis zu 35 Meter hoch werden und hat eine breite, dichte Krone. Im Herbst färbt sich das Laub dekorativ gelb, braun, orange bis scharlachrot.

Korkeiche, Quercus suber

Eine immergrüne Eiche aus dem Mittelmeerraum, die ihren Namen der traditionellen Korkgewinnung verdankt. Ihre weiche, graubraune Rinde ist tief gefurcht; nach dem Entrinden bleibt ein rotbrauner Stamm zurück. Die maximale Höhe liegt bei etwa 15 Metern.

Steineiche, Quercus ilex

Eine immergrüne, mediterrane Art mit einer Höhe von etwa 25 Metern. Die Blätter sind länglich, filzartig dunkelgrün bis grau gefärbt. Die breite, runde Krone lässt sich gut in Form schneiden, weshalb die Art sich auch als Spalier oder mehrstämmiges Formgehölz eignet.

Sumpfeiche, Quercus palustris

Eine schnell wachsende, eiförmig bis oval geformte Art mit grob gelappten, spitz zulaufenden Blättern und schöner roter Herbstfärbung. In Deutschland erreicht sie eine natürliche Höhe von etwa 20 Metern. Kompaktere Gartenformen wie 'Grüner Zwerg' (4 bis 6 Meter) und schmal-säulenförmige Sorten wie 'Grüne Säule' (12 bis 18 Meter) eignen sich auch für kleinere Gärten.

Weiden-Eiche, Quercus phellos

Eine bemerkenswerte Art mit schmalen, lanzettlichen Blättern, die einem Weidenblatt ähneln. In ihrem nordamerikanischen Lebensraum kann sie bis zu 30 Meter hoch werden, in Deutschland meist bis zu 20 Meter.

Ungarische Eiche, Quercus frainetto

Eine schnell wachsende Art mit fein gefurchtem, kornbraunem Stamm und breit eiförmiger bis runder Krone. In Deutschland erreicht sie etwa 20 Meter Höhe, in ihrem natürlichen Lebensraum bis zu 40 Meter.

Amerikanische Weißeiche, Quercus alba

In Nordamerika eine der häufigsten Baumarten im Osten und der Mitte der USA, in Europa dagegen selten anzutreffen. Eine sommergrüne Art mit runder Krone, die 20 bis 30 Meter hoch werden kann. Im Herbst färben sich die Blätter in verschiedenen Rottönen.

Woran erkennt man eine Eiche?

Eichen erkennt man an ihren Früchten, Blättern und ihrer Rinde. Die Eicheln sind für Menschen, Pferde, Schafe und Rinder giftig. Schweine, Wildschweine, Rehe und Eichhörnchen dagegen vertragen den Gerbstoffgehalt der Eicheln gut und fressen sie. Die Rinde der Eiche ist tief und unregelmäßig gefurcht und graugrün gefärbt, abhängig vom Alter des Baumes.

Die Blätter sind tief eingeschnitten, im Sommer grün und färben sich im Herbst gelb bis rötlich-braun. Die gelappte Blattform mit abgerundeten oder spitzen Lappen ist meist symmetrisch um eine klare Mittelader angeordnet.

Beschneiden der Eiche

Die beste Zeit zum Beschneiden einer Eiche ist der Sommer: Im Winter sind die Abwehrkräfte des Baumes geringer, und Schnittwunden heilen schlechter, was das Krankheitsrisiko erhöht. Beim Schnitt sollte man nicht zu nah am Übergang zwischen Stamm und Ast schneiden und nie mehr als 20 % der Äste entfernen, da der Baum sonst mit verstärktem Neuwachstum reagiert.

Eichenprozessionsspinner

In den letzten Jahren wurde verstärkt über den Eichenprozessionsspinner berichtet, dessen Raupen in manchen Eichen ganze Befallsherde bilden können. Übermäßige Aufräumarbeit und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Freien können die natürlichen Feinde der Raupe beseitigen, wodurch sich die Population schneller entwickeln kann.

Pflege einer Eiche

Klima

Die Eiche bevorzugt ein gemäßigtes Klima mit deutlich spürbarem Jahreszeitenwechsel: warme Sommer, ohne dass die Temperatur dauerhaft über 40 °C steigt, und Winter mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Standort

Als großwüchsige Pflanze braucht die Eiche viel Platz. Pflanzen Sie sie in einem geräumigen Garten, mit einem Abstand von etwa 10 Metern zu Leitungen, Mauern und anderen hohen Pflanzen.

Boden

Im Garten wächst die Eiche am besten auf fruchtbarem, lockerem, oft frischem Boden, der reich an organischen Stoffen ist. Die Kultur im Kübel wird nicht empfohlen, ist in den ersten Jahren aber mit einem Substrat für saure Pflanzen möglich.

Bewässerung

Die Eiche ist nicht besonders trockenheitsresistent, verträgt aber auch keine Staunässe. Prüfen Sie vor jedem Gießen die Bodenfeuchtigkeit, etwa durch ein eingestecktes Holzstäbchen: Bleibt beim Herausziehen viel Erde daran haften, ist noch kein Gießen nötig. Verwenden Sie wenn möglich Regenwasser oder kalkfreies Wasser.

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