Valentinstag Geschichte: Wie das Valentinsgeschenk entstand
Von Märtyrer Valentin über Chaucer und Pralinen bis Nürnberg 1950: So wurde aus einem Gedenktag der Tag der Liebenden samt Geschenk.
Rote Rosen, Pralinen, eine Karte mit Herz: Für viele gehört das zum 14. Februar wie der Kaffee zum Frühstück. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass man in Deutschland am Valentinstag überhaupt etwas schenkte. Die Geschichte des Valentinsgeschenks führt von einem römischen Märtyrer über mittelalterliche Dichter und einen britischen Schokoladenfabrikanten bis zu amerikanischen Soldaten in Nürnberg. Wir haben sie für Sie nachgezeichnet – und zeigen am Ende, warum manche Menschen heute lieber ein lebendiges Valentinstagsgeschenk wählen, das weiterwächst.
Das Wichtigste in Kürze
- Ursprung: Als Gedenktag für den heiligen Valentin geht der 14. Februar auf das Jahr 496 zurück. Von Liebe war damals noch keine Rede.
- Romantik: Erst im späten 14. Jahrhundert verbanden Dichter wie Geoffrey Chaucer den Tag mit Liebe und Partnerwahl.
- Die ersten Geschenke: Zuerst waren es Verse und Briefe, ab dem späten 18. Jahrhundert gedruckte Karten, ab 1868 Pralinen in der Herzschachtel.
- Deutschland: Der Brauch kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg; der erste Valentinsball soll 1950 in Nürnberg stattgefunden haben.
- Heute: Blumen führen die Liste der beliebtesten Geschenke an. Wer etwas Bleibendes sucht, greift statt zum Schnittblumenstrauß zur lebenden Pflanze.
Wer war der heilige Valentin? Der Ursprung des 14. Februar
Der Valentinstag trägt den Namen eines Heiligen, über den wir erstaunlich wenig wissen. Die frühchristlichen Überlieferungen kennen mehrere Märtyrer mit dem Namen Valentinus. Am häufigsten genannt werden ein Priester in Rom und ein Bischof aus Terni in Umbrien. Manche Historiker halten die beiden sogar für ein und dieselbe Person. Hingerichtet worden sein sollen sie im 3. Jahrhundert unter römischen Kaisern.
Um Valentin ranken sich Legenden. Er soll entgegen dem Verbot des Kaisers heimlich Liebespaare getraut haben, weil Soldaten ohne Familie in den Krieg ziehen sollten. Eine andere Erzählung berichtet, er habe im Gefängnis der blinden Tochter seines Wärters geholfen und ihr vor der Hinrichtung einen Abschiedsbrief hinterlassen, unterzeichnet mit „Dein Valentin“. Belegt ist keine dieser Geschichten. Sie erklären aber, warum man den Heiligen später mit der Liebe verband.
Überliefert ist vor allem das Datum: Ende des 5. Jahrhunderts, im Jahr 496, führte Papst Gelasius I. den 14. Februar als Gedenktag für Valentin ein. Oft heißt es, er habe damit das römische Fruchtbarkeitsfest Lupercalia verdrängen wollen, das Mitte Februar gefeiert wurde. Ob es diesen Zusammenhang wirklich gab, ist unter Historikern umstritten. Ein Fest der Verliebten war der Tag jedenfalls nicht, sondern ein kirchlicher Gedenktag. 1969 strich die katholische Kirche ihn sogar aus dem allgemeinen römischen Kalender, weil über Valentin kaum Gesichertes bekannt ist.
Chaucer, die Vögel und die ersten Valentinsbotschaften
Die Romantik kam rund 900 Jahre später. Um 1380 schrieb der englische Dichter Geoffrey Chaucer das Versepos „Das Parlament der Vögel“, in dem sich die Vögel am Valentinstag ihren Partner aussuchen. Es ist der älteste bekannte Text, der den Tag mit der Liebe verknüpft. Möglicherweise entstand das Gedicht zur Verlobung von König Richard II. und Anne von Böhmen. Literaturwissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass englische Vögel Mitte Februar eher selten balzen. Manche vermuten daher, Chaucer habe eigentlich den Mai gemeint.
Chaucer stand mit seiner Idee nicht allein. Zeitgenossen wie John Gower, Otton de Grandson und Christine de Pizan schrieben ebenfalls über den Valentinstag. An den Höfen in England und Frankreich wurde daraus ein Spiel der höfischen Liebe. In Frankreich gründete man im Jahr 1400 sogar einen „Liebeshof“, der den Tag der Liebenden feierlich pflegte.
Das früheste Valentinsgeschenk war also kein Gegenstand, sondern ein Text. Berühmt ist das Gedicht des französischen Herzogs Charles d’Orléans an seine „sehr sanfte Valentine“. Der Überlieferung nach schrieb er es als Gefangener im Tower of London, nachdem er 1415 in der Schlacht von Azincourt in englische Gefangenschaft geraten war. Neuere Forschung datiert das Gedicht allerdings später, in die Zeit nach seiner Rückkehr nach Frankreich zwischen 1443 und 1460.
Auch Shakespeare kannte den Brauch. In „Hamlet“ (um 1600) singt Ophelia vom Morgen des Valentinstags, an dem ein Mädchen ans Fenster tritt, um die Valentine ihres Liebsten zu werden. Der Valentinstag war zu dieser Zeit längst ein Tag, an dem man Zuneigung zeigte, und zwar mit Worten.
Von der handgeschriebenen Strophe zur gedruckten Valentinskarte
Im 16. Jahrhundert tauchen förmliche Valentinsbotschaften auf. Ab dem späten 18. Jahrhundert gab es gedruckte Karten, und mit der Industrialisierung wurden sie zum Massenprodukt. Typische Motive waren Amor und Herzen. In den USA gilt Esther Howland aus Worcester im Bundesstaat Massachusetts als Wegbereiterin: Sie fertigte Mitte des 19. Jahrhunderts aufwendige Karten mit Spitze, Bändern und Glanzbildern und wird bis heute als „Mother of the Valentine“ bezeichnet.
Damit änderte sich etwas Grundsätzliches. Das Valentinsgeschenk wurde käuflich. Man musste die Botschaft nicht mehr selbst dichten, man konnte sie aussuchen und abschicken. Aus einer persönlichen Gabe wurde ein Produkt – und der Valentinstag wurde zu einem Datum, das der Handel für sich entdeckte.
Pralinen, Rosen und Herzen: Wie das Valentinsgeschenk zum Klassiker wurde
Den zweiten Schub brachte die Schokolade. Richard Cadbury, Sohn des britischen Schokoladenherstellers John Cadbury, brachte 1868 Konfekt in einer herzförmigen Schachtel auf den Markt, dem Vernehmen nach die erste ihrer Art. Eine technische Neuerung hatte der Firma reichlich Kakaobutter beschert, aus der sich eine Schokolade zum Essen herstellen ließ. Die aufwendig verzierten Schachteln waren als Erinnerungsstück gedacht und ließen sich nach dem Verzehr weiterverwenden.
Patentiert hat Cadbury die Idee nicht. Schnell zogen andere Hersteller nach, und so gehört der Herzkarton bis heute keiner einzelnen Marke. Parallel dazu etablierten sich Blumen als Valentinsgeschenk, allen voran die rote Rose als Sinnbild von Schönheit und Liebe. Blumenhändler und Süßwarenhersteller erleben rund um den 14. Februar bis heute einen regelrechten Ansturm.
Alle drei Klassiker haben etwas gemeinsam: Sie sind schön, aber kurzlebig. Die Karte landet in der Schublade, die Pralinen sind nach einem Abend verschwunden, die Rosen verblühen nach ein bis zwei Wochen. Das ist kein Makel. Es ist die Logik eines Geschenks, das den Moment feiert.
Wie der Valentinstag nach Deutschland kam
In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat der Valentinstag keine lange Tradition. Nach dem Zweiten Weltkrieg brachten britische und amerikanische Soldaten den Brauch mit. 1950 soll in Nürnberg der erste „Valentinsball“ stattgefunden haben. Es dauerte Jahrzehnte, bis sich der Tag durchsetzte: In den 1970er-Jahren wussten viele Deutsche noch gar nicht, was am 14. Februar gefeiert wird.
Dass er sich schließlich etablierte, lag auch am Handel, besonders am Blumen- und Süßwarenhandel. Heute ist der Valentinstag fester Bestandteil des Kalenders, auch wenn er nirgendwo ein gesetzlicher Feiertag ist. Laut einer Statista-Auswertung von 2020 stehen Blumen in Deutschland an der Spitze der Valentinsgeschenke, gefolgt vom Restaurantbesuch und Süßigkeiten.
Andere Länder feiern anders. In Finnland etwa ist der 14. Februar ein Freundschaftstag, an dem nicht nur Paare einander bedenken. Daran sieht man: Was wir heute als „typisches“ Valentinsgeschenk empfinden, ist das Ergebnis von knapp einem Jahrhundert Handels- und Kulturgeschichte, nicht von Jahrtausenden Tradition.
Die Kamelie: eine Blume mit europäischer Liebesgeschichte
Wenn heute eine rote Kamelie zum Valentinstag verschenkt wird, knüpft das an eine andere Geschichte an als die der Rose. In Japan und China wird die Japanische Kamelie (Camellia japonica) seit Jahrhunderten als Zier- und Symbolpflanze kultiviert. Nach Europa kam sie im 18. Jahrhundert. Die berühmte Pillnitzer Kamelie bei Dresden wurde 1801 gepflanzt und gilt als älteste Kamelie nördlich der Alpen. Bis heute wird sie jeden Winter durch ein fahrbares Glashaus vor Frost geschützt.
Im 19. Jahrhundert erlebte die Kamelie in Europa ihren modischen Höhepunkt. Alexandre Dumas der Jüngere machte sie 1848 mit seinem Roman „Die Kameliendame“ zur Blume der großen Gefühle, und Giuseppe Verdi vertonte den Stoff 1853 als „La Traviata“. So fand die Kamelie ihren Platz in der Geschichte der Liebesgaben, lange bevor der Valentinstag in Deutschland ankam.
Wer sie heute verschenkt, schenkt keine Schnittblume, sondern eine Pflanze, die im Spätwinter und Frühjahr blüht und bei guter Pflege im nächsten Jahr wieder. Was die rote Kamelie symbolisiert und wie Sie sie pflegen, erfahren Sie auf unserer Seite zum Valentinstagsbaum.
Vom Strauß zum Bäumchen: Was bleibt von einem Geschenk?
Betrachtet man die Geschichte im Zeitraffer, fällt ein Muster auf. Erst schenkte man Worte, dann Karten, dann Süßes und Blumen. Alles Dinge, die gelesen, gegessen oder irgendwann entsorgt werden. Wer sich fragt, was von einem Valentinstag in zehn Jahren noch übrig ist, landet schnell bei Geschenken, die weiterleben: einer Pflanze, die jedes Jahr wieder blüht, oder einem Baum, der mit der Beziehung wächst.
Genau das ist die Idee hinter unseren Geschenkbäumen. Ein Bäumchen erinnert Jahr für Jahr an den Moment, in dem es verschenkt wurde, und an die Botschaft, die dabei mitkam. Für den 14. Februar haben wir deshalb die rote Kamelie ausgewählt. Wenn Sie ein Liebesgeschenk für das ganze Jahr suchen, etwa zum Jahrestag, und die Baumart frei wählen möchten, passt unser Liebesbaum. Mehr zur Symbolik lesen Sie in unserem Beitrag Die Bedeutung eines Liebesbaums, weitere Ideen finden Sie bei unseren Geschenkanlässen.
Die Geschichte des Valentinsgeschenks im Überblick
- 496: Papst Gelasius I. führt den 14. Februar als Gedenktag für den heiligen Valentin ein.
- Um 1380: Geoffrey Chaucer verbindet den Valentinstag in „Das Parlament der Vögel“ mit der Partnerwahl.
- 15. Jahrhundert: Charles d’Orléans schreibt Valentinsgedichte, die als eine der frühesten Valentinsbotschaften gelten.
- Um 1600: Shakespeares Ophelia singt in „Hamlet“ vom Valentinstag.
- 16. Jahrhundert: Förmliche Valentinsbotschaften kommen auf.
- Späte 1700er: Die ersten gedruckten Valentinskarten erscheinen.
- Mitte 19. Jahrhundert: Esther Howland macht die Valentinskarte in den USA zum Verkaufsschlager.
- 1848 und 1853: „Die Kameliendame“ und „La Traviata“ machen die Kamelie zur Blume der Leidenschaft.
- 1868: Richard Cadbury bringt Pralinen in der herzförmigen Schachtel auf den Markt.
- 1950: In Nürnberg findet der erste Valentinsball in Deutschland statt.
Häufige Fragen zur Geschichte des Valentinstags
Woher kommt der Valentinstag?
Der Valentinstag geht auf den Gedenktag des heiligen Valentin zurück, den die Kirche seit Ende des 5. Jahrhunderts am 14. Februar begeht. Zum Tag der Liebenden wurde er erst im späten Mittelalter, als Dichter wie Geoffrey Chaucer ihn mit Liebe und Partnerwahl verbanden. Ob er das römische Fruchtbarkeitsfest Lupercalia verdrängen sollte, ist unter Historikern umstritten.
Wer war der heilige Valentin?
Die Überlieferung kennt mehrere Märtyrer namens Valentinus. Am häufigsten werden ein Priester aus Rom und ein Bischof aus Terni genannt, die beide im 3. Jahrhundert hingerichtet worden sein sollen. Die Geschichten, er habe verbotene Hochzeiten vollzogen oder einen Abschiedsbrief geschrieben, sind Legenden und nicht belegt.
Seit wann feiert man den Valentinstag in Deutschland?
In Deutschland verbreitete sich der Valentinstag nach dem Zweiten Weltkrieg. Britische und amerikanische Soldaten brachten den Brauch mit, und 1950 soll in Nürnberg der erste Valentinsball stattgefunden haben. Durchgesetzt hat sich der Tag aber erst in den folgenden Jahrzehnten. Ein gesetzlicher Feiertag ist er nicht.
Was war das erste Valentinsgeschenk?
Die frühesten überlieferten Valentinsgeschenke waren keine Waren, sondern Verse und Briefe, die im späten Mittelalter an Höfen in England und Frankreich verschickt wurden. Gedruckte Valentinskarten gibt es seit dem späten 18. Jahrhundert, die herzförmige Pralinenschachtel brachte Richard Cadbury 1868 auf den Markt.
Warum schenkt man zum Valentinstag Blumen und Pralinen?
Rote Rosen gelten als Sinnbild für Liebe und Schönheit, und der Handel machte Blumen und Süßwaren im 19. und 20. Jahrhundert zu den klassischen Valentinsgeschenken. Dazu trug ab 1868 auch die herzförmige Schokoladenschachtel von Cadbury bei. In Deutschland stehen Blumen laut einer Statista-Auswertung von 2020 an erster Stelle.
Welche Alternative gibt es zu Schnittblumen?
Wer etwas Bleibendes sucht, kann eine lebende Pflanze verschenken, zum Beispiel eine rote Kamelie. Sie blüht im Spätwinter und Frühjahr und kommt bei guter Pflege im nächsten Jahr wieder.
Schenken Sie eine Geschichte, die weiterwächst
Der Valentinstag hat in 1.500 Jahren viele Gesichter gehabt: Gedenktag, Dichterfest, Kartenmarkt, Pralinenfest. Jetzt kann er auch der Tag sein, an dem etwas zu wachsen beginnt. Unsere rote Kamelie zum 14. Februar kommt als junge Pflanze (Camellia japonica, ca. 60 cm) mit Wurzelballen in festlicher Geschenkverpackung. Ihre persönliche Valentinstagsbotschaft legen wir stilvoll bei, bis zu 340 Zeichen lang. Auf Wunsch liefern wir direkt an die beschenkte Person.
Quellen
- Botanischer Garten der Universität Potsdam: Pflanze des Monats: Die Kamelie
- The Local Germany: Then and now: how Valentine’s Day has blossomed in Germany
- BBC History Revealed: When was Valentine’s Day first celebrated?
- Interesting Literature (Loughborough University): The literary origins of Valentine’s Day